Schon wieder verletzt
07.06.2009, 13:33 Uhr
Alter: 9 Jahre


 




Es ist wohl nicht Whiskys Jahr. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag schreckte ich mal aus dem Schlaf hoch, weil die Katzenklappe sehr laut ging und Whisky offensichtlich auf der Flucht war. Tatsächlich verlor er beim Streicheln auch gleich ein paar lose Fellbüschel.

Irgendwie kam er mir anders vor als sonst, also sah ich ihn mir noch genauer an. Er ließ sich streicheln, es war nichts offensichtliches zu sehen, nur eine Stelle am Bauch leckte er sich. Ich fand aber nichts.

Am nächsten Morgen wunderte ich mich beim Aufstehen, dass er zuhause war. In der letzten Zeit (eine gute Woche lang) hatte er draußen wieder verstärkt Juckreiz. Laut Zeitung blüht die Grünerle, die auch Birkenpollenallergikern Probleme machen kann, das würde ja passen. Whisky war also so vernünftig und ging in letzter Zeit nur noch nachts raus und hat dann den ganzen Tag verschlafen. Deshalb war es untypisch, dass er morgens um 6 zuhause war. Noch untypischer war, dass er mir nicht entgegen kam und fressen wollte. Also brachte ich ihm eine Probe Nassfutter auf dem Finger. Er sprang dann auch aus der Hängematte, blieb aber gleich daneben auf dem Fensterbrett sitzen und ging nicht mit in die Küche. Beim Streicheln schnurrte er nicht richtig, sondern eher nur so ansatzweise. Ich versuchte, zu erkennen, was nicht stimmt. Erst als er dann mal vom Fensterbrett hüpfte und immer nur ein paar Schritte ging, bevor er sich gleich wieder hinsetzte, war ich mir sicher, dass er verletzt ist.

Als er dann immer wieder eine Stelle am Bauch bzw. auf der Innenseite des Schenkels leckte, konnte ich mit viel Geduld, weil er so ein dichtes Fell hat, mal wieder ein Loch im Pelz erkennen. Zum Glück nicht so groß, wie wir es auch schon hatten, sondern soviel ich erkennen konnte ca. 1 cm im Durchmesser (Fotos bzw. Links dazu unten am Ende des Textes).

Da ich zuhause aber nur noch die Antibiotikas hatte, die ich in Verdacht hatte, dass sie ihm beim letzten Mal Bauchkrämpfe verursachten, habe ich ihm nicht gleich was gegeben, sondern ging mittags nach der Arbeit noch beim Tierarzt vorbei, um die zu holen, die er letztes Mal am Anfang bekommen hatte und ich das Gefühl hatte, dass er sie besser verträgt. Die gab ich ihm dann nachmittags gegen 15 Uhr.

Er lag den ganzen Tag nur herum. So ruhig und langsam wie er sich morgens verhalten hatte, nahm ich auch an, dass er Schmerzen hatte. Er war aber ruhig und geduldig und ließ die Wunde mehr oder weniger in Ruhe. Am Nachmittag lag er sogar mal so, dass ich die Wunde genau sehen konnte und auch die Haare rundherum so gut wegschneiden konnte, dass wenigstens die nicht mehr in die Wunde hingen - wahrscheinlich trug auch das dazu bei, dass er nicht groß daran herumleckte.

Etwa 3 Stunden nach Antibiotikagabe begann plötzlich wieder ein extremer Juckreiz, sodass er trotz der Schmerzen und der offenen Wunde herumrannte wie irre und sich überall kratzte und leckte. Das dauerte eine ganze Weile an. Als er sich danach ruhig hinlegte, atmete er extrem schnell, fast so wie beim hecheln, nur dass er durch die Nase hörbar und stoßartig ausatmete. Ich schaut auf die Uhr - es waren 2 Atemzüge pro SEKUNDE!!! Also vermutete ich endgültig einen Zusammenhang mit dem Antibiotika. Nach telefonischer Rücksprache mit einer diensthabenden Tierärztin, weil mir das schnelle Atmen schon Sorgen machte, meinte sie, man könnte es höchstens mit einer ganz anderen Gruppe Antibiotika probieren, da das jetzige dem vorigen, das ich schon in Verdacht hatte, ähnlich sei und aus der selben Gruppe stammte.

Ich gab ihm stündlich Notfalltropfen, die er aber nur mit Leckerli nimmt. Eigentlich würden sie ja besser wirken, wenn sie pur auf die Mundschleimhaut kämen, aber da habe ich keine Chance. Whisky atmete noch etwa 2 Stunden lang so, dann wurden zumindest die Atemzüge ruhiger, geringfügig langsamer und nicht mehr so stoßweise, aber er atmete immer noch extrem schnell - und das für mehrere Stunden. Auch der Juckreiz trat immer wieder auf.

Nachts ging er dann raus, und es beunruhigte mich, dass er nicht mehr wiederkam. Immer wenn ich mal aufstand, schaute ich nach, aber er war nie zuhause. Gegen den frühen Morgen war ich dann schon sehr beunruhigt. Gegen 6 Uhr kam er allerdings an, schien topfit zu sein, hüpfte von sich aus auf die Küchenarbeitsplatte, um seine morgendliche Portion Hühnerfilet zu verlangen, hat gefressen wie ein Scheunendrescher und wollte sofort wieder raus. Ich staunte nicht schlecht, als er dann auch draußen herumrannte, als wäre nichts gewesen. Er war aufmerksam, und wenn er ein Geräusch hörte oder im Gebüsch was sah, rannte er interessiert darauf zu wie immer. Das hat mich dann schon sehr beruhigt. Als er dann erst einige Stunden später endgültig zum Schlafen reinkam, konnte ich auch endlich wieder einen Blick auf die Wunde werfen. Sie war immer noch total offen, leicht blutig bzw. sah auf den ersten Blick etwas schlimmer aus, das war aber wohl nur eine Verkrustung, die leicht abstand. Die offene Stelle dagegen sah schön sauber aus. Es juckte ihn auch immer wieder, aber nicht mehr so schlimm wie am Vorabend.

Ich kontaktierte dann noch meinen Tierarzt, um mich nach einem anderen Antibiotikum zu erkundigen. Er meinte, er würde jetzt erst mal gar nichts mehr geben, eine Dosis habe er ja schon bekommen, und vorerst würde er erst mal abwarten, da ja nicht klar ist, ob er nur auf ein bestimmtes Antibiotikum oder genrerell auf Antibiotika als solche allergisch reagiert. Ich habe mir dann in der Apotheke sicherheitshalber noch homöopathische Unterstützung in Form von Arnica-Globuli und Traumeel-Tabletten (da suche ich noch nach Infos zur richtigen Dosierung bei Katzen) besorgt, um vielleicht von dieser Seite einer Entzündung vorzubeugen.

Whisky schlief den ganzen Tag, am Vormittag die ganze Zeit bei mir auf der Couch, und wenn es ihn anfing zu jucken, ließ er sich gerne streicheln und damit beruhigen. Am Abend konnte ich zwar keinen ganz ausgiebigen Blick auf die Wunde werfen, sondern nur im Sitzen vom Fell verdeckt, aber es sah aus, als wäre sie komplett zu und zu einer "Naht" zusammengewachsen. Mir fiel echt ein Stein vom Herzen.

Whisky ist da echt ein Phänomen. Der schafft es, sich einfach hinzulegen und eine Wunde heilen zu lassen. Bailey dagegen leckt immer daran herum, lässt mich auch nie die Haare rundherum abschneiden, rennt herum und kann nicht ruhig sein. Whisky dagegen weiß wohl, was gut für ihn ist. Er hatte schon mal so ein Loch in der Größe eines 2-Euro Stückes in der Brust, hat den ganzen Tag geschlafen und noch am selben Abend war es zu!!!

Nachts ging Whisky wieder raus und kam auch 2x schnurrend ins Bett, um sich ein paar Streicheleinheiten abzuholen, war also vom Verhalten her wieder ganz normal wie immer. Heute schien es ihm nochmal deutlich besser zu gehen und er hat sich den ganzen Vormittag nicht gekratzt. Erst gegen Mittag kam nochmal ein Anfall.

Die Wunde konnte ich mir heute erst jetzt (nachmittags) erstmals in voller Größe ansehen. Ganz zu ist sie noch nicht. Außerdem sieht man jetzt deutlich, dass das, was ich für verkrustete Haare gehalten habe, ein kleiner Hautlappen (ca. 1/2 im Durchmesser) ist, der absteht, also wirklich ein Zeichen, dass er irgendwo hängen geblieben ist (Nagel?) und sich daran die Haut aufgerissen hat.

Seit heute mittag leckt er auch wieder öfter vorsichtig daran herum, wahrscheinlich ist es dieser Hautlappen, der ihn stört. Im Moment frage ich mich nur, was damit passiert. Stirbt dieses Stück Haut mit der Zeit ab und fällt von selber ab? Anwachsen wird es sicher nicht mehr. Da werde ich wohl nur abwarten können. Ich hoffe nur, dass sich nicht schon was entzündet, weil er mehr daran leckt.

Jedenfalls ist die Wunde relativ weit zu und wird hoffentlich schnell verheilen. Ich kann nur hoffen, dass er nicht allzuviel daran herumleckt, denn ohne Antibiotika sollte eine Wunde nicht allzulange offen sein, um sich nicht zu entzünden. Da es aber bisher so schnell gegangen ist, bin ich im Moment ganz guter Dinge.

Fotos

Da es nicht jedermanns Sache ist, Fotos von offenen Wunden zu betrachten, möchte ich die Fotos hier nicht direkt einstellen, sondern stelle nur die Links ein, damit diejenigen, denen es nichts ausmacht, sie anklicken müssen, aber nicht jemand ohne Vorwarnung darauf stößt.

1. Tag:

Hier mal ein Größenvergleich am ganzen Kater bzw. die Lage der Wunde:

http://www.samtpfoten.at/fileadmin/images/w-wunde-Tag1-1.jpg

Hier als Großaufnahme - hier sieht man auch bereits den abstehenden Hautlappen:

http://www.samtpfoten.at/fileadmin/images/w-wunde-Tag1-2.jpg

2. Tag:

http://www.samtpfoten.at/fileadmin/images/w-wunde-Tag2-1.jpg

http://www.samtpfoten.at/fileadmin/images/w-wunde-Tag2-2.jpg

Hier darf man sich nicht täuschen lassen. Der untere Teil, der dunkler rot aussieht, ist der abstehende Hautlappen. Die tatsächlich offene Wunde ist nur der hell glänzende Teil.

3. Tag:

Dadurch, dass es täglich dunkler wird, sieht es viel schlimmer aus, als es ist. Den Teil, der wirklich noch offen ist, sieht man gar nicht. Der dunkler rot durchschimmernde Teil sind eher die bereits verkrusteten Wundränder. Der etwas hellere Teil links ist wiederum der abstehende Hautlappen:

http://www.samtpfoten.at/fileadmin/images/w-wunde-Tag3-1.jpg

Hier sieht man den Hautlappen nochmal besser aus einer anderen Perspektive:

http://www.samtpfoten.at/fileadmin/images/w-wunde-Tag3-2.jpg

Das Ovale am oberen Teil der Wunde ist der Hautlappen. Wie gesagt ist er nur ca. 1/2 cm groß, damit sieht man, dass die Wunde selber nicht so groß ist, wie sie auf dem Foto wirkt. Den tatsächlich offenen Teil der Wunde sieht man nicht wirklich, es wäre der fast nicht zu erkennende helle Fleck zwischen dem schwarzen Haarbüschel, das rechts unten etwas in die Wunde hängt und den links davon befindlichen weißen Haaren.

Wenn man dieses Foto mit dem 2. Foto vergleicht, wo der Hautlappen im Vergleich zur Wunde deutlich kleiner ist, kann man es sich vielleicht besser vorstellen und sieht, wieviel kleiner die Wunde geworden ist.

 








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