Whiskys Nervenzusammenbruch - Die Lage spitzt sich zu
19.04.2009, 09:10 Uhr
Alter: 10 Jahre


 




In den letzten Tagen hat sich so viel getan, dass ich gar nicht mehr regelmäßig zum Berichten gekommen bin.

Mr. Rosso hat sich bei mir ja sehr zuhause gefühlt, ist regelmäßig aus und ein gegangen und hat getan, als hätte er immer schon hier gewohnt. Es zeichnete sich aber immer mehr ab, dass meine Katzen zwar relativ stillschweigend zugesehen haben, sich aber trotzdem empfindlich gestört fühlten bzw. sich zuhause nicht mehr entspannen konnten. 

Dass Whisky so teilnahmslos war und dem roten Kater quasi kampflos das Feld überlassen hat, fand ich sehr untypisch. Allerdings leckte er immer noch an seiner Bissverletzung herum und sein durch die vermutete Pollenallergie bedingter Juckreiz und der damit verbundene freiwillige Hausarrest schlug ihm auch in den Vorjahren schon immer auf's Gemüt. Zusätzlich hatte ich immer mehr den Verdacht, dass er die Antibiotika schlecht verträgt, weil er wirklich den ganzen Tag nur in der Hängematte lag, kaum mal rauskam und so gut wie nie den Schlafplatz wechselte, beim Streicheln nicht schnurrte, von sich aus sowieso nicht mehr zum Schmusen kam und überhaupt so matt aussah. Dann dazu noch der Stress mit dem roten Kater... er hat diese Woche wirklich einiges mitgemacht.

Am Montagabend spitze sich die Lage dann dramatisch zu. Am Abend machte es sich Mr. Rosso bei mir auf der Couch gemütlich. Whisky sah zu und duldete es stillschweigend und ohne Protest. Später hörte ich dann in der Küche eine Katze Trockenfutter knabbern und vermutete, dass Bailey, die kurz davor rausging, zurückgekommen war. Aber wie schon einmal kam es mir doch komisch vor, wie lange das Fressen dauerte und ich ging dann doch mal nachsehen. Da bekam ich allerdings fast die Krise, als ich den anthrazitgrauen, potenten Kartäuserkater beim Fressen sah, den ich als Verantwortlichen für Whiskys Bissverletzung in Verdacht hatte!  Er zog sich ohnehin schon zurück, als er mich sah und ich verjagte ihn mit Geschrei, er verschwand durch die Katzenklappe, und ich rannte ihm noch ein Stück nach, um ihm unmissverständlich zu zeigen, dass er hier nichts verloren hat. Ich wunderte mich noch, dass Whisky nicht raus kam, denn wenn ich sonst irgendwelche Katerfeinde verjage, kriegt er das sofort mit und muss sehen, was da los ist. Aber eigentlich war ich ja froh, dass er es nicht mitgekriegt und noch mehr Stress hatte.

Dieser Kater in meiner Wohnung war für mich natürlich die absolute Katastrophe. Er ist wie gesagt nicht kastriert und markiert schon seit dem Winter die ganze Nachbarschaft - und zwar dermaßen übel stinkend, dass ich oft nicht mal lüften kann, weil es vor dem Fenster und auf der Terrasse so bestialisch stinkt. Manchmal zieht der Geruch sogar durch die Ritzen der Katzenklappe bis ins Haus, wenn er direkt davor markiert. Offensichtlich hatte er zwar diesmal noch nicht in der Wohnung markiert, aber das ist ja nur eine Frage der Zeit. In mir machte sich jedenfalls ziemliche Verzweiflung breit. 

Es ging aber an diesem Abend noch weiter. Als ich später ins Bett ging, wollte ich Whisky mitnehmen, um ihm zu zeigen, dass das SEIN Platz ist und ich IHN gerne bei mir hätte, aber er wollte nicht. Wie schon fast befürchtet, kam später der rote Kater auch noch in mein Bett. Da Whisky aber schon ein paar Nächte nicht mehr ins Bett gekommen war und sich auch von mir nicht überreden hatte lassen, ließ ich Mr. Rosso bleiben. Ich war wohl gerade eingeschlafen, als Whisky später auf's Bett gehüpft kam, weil er offensichtlich mit mir schmusen wollte. Er springt auf's Bett, sieht da den roten Kater so halb auf meinem Bauch liegen, und da ist er völlig ausgeflippt. 

Erst mal fauchte und knurrte er ihn nur an, zog sich dann aber komischerweise zurück und sprang vom Bett, ohne ihn anzugreifen. Um Whisky zu zeigen, dass er mir wichtig ist und um ihn zu beruhigen, folgte ich ihm ins Wohnzimmer und nahm ihn auf den Arm. Obwohl er sich erst mal nicht wehrte, knurrte er dort weiter, und zwar ohne Pause. Ich setzte ihn dann runter, und er ging Richtung Küche.

Da war es endgültig vorbei, denn da hat er wohl seinen Erzfeind, den Grauen gerochen und hat endgültig rot gesehen. Obwohl kein fremder Kater mehr im Haus war, fauchte und knurrte er ohne Unterlass, er knurrte sogar mich an, ich durfte ihm nicht zu nahe kommen. Ich nahm erst mal den roten Kater, der ins Wohnzimmer geflüchtet war, und trug ihn vor Whiskys Augen auf die Terrasse. Whisky beruhigte sich trotzdem nicht.  Bailey muss das draußen gehört habe, sie kam durch die Katzenklappe rein, und er knurrte auch sie an und ließ sie nicht mal an sich vorbei - es war, als würde er sie gar nicht erkennen. Ich versuchte ihn zu beruhigen und zu streicheln, aber er flüchtete auch vor mir, als ob er Angst vor mir hätte und verkroch sich unter den Küchentisch bzw. unter dem der Katzenklappe am nächsten stehenden Stuhl, hatte suppentellergroße Augen und angelegte Ohren und konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Also wenn es bei Katzen sowas wie einen Nervenzusammenbruch gibt, dann hatte Whisky wohl einen.

Nach einigen Minuten erkannte ich, dass es sinnlos war, dachte aber, dass er sich schon wieder beruhigen wird, wenn er sieht, dass kein Kater mehr im Haus ist und wenn man ihn erst mal in Ruhe lässt. Für mich war sein Verhalten tatsächlich der Beweis, dass wohl dieser graue Kater tatsächlich verantwortlich für seine Bissverletzung ist, weil er ihn offensichtlich fürchtet wie den Teufel. So habe ich Whisky wirklich noch nie erlebt, und es hat mich ungeheuer mitgenommen. An Schlaf war vor lauter Adrenalin jedenfalls in dieser Nacht nicht mehr zu denken. Für mich gibt es einfach nichts schlimmeres als zu erleben, dass eine Katze Angst vor mir hat oder das Vertrauen zu mir verloren hat.

Als ich 2 Stunden später wieder mal aufstand, saß er immer noch unter dem Stuhl und ließ mich nicht an sich ran, er hatte sich kein bisschen beruhigt. Ich ließ ihn und ging wieder ins Bett. Vorher stellte ich noch einen Krug Wasser griffbereit, sodass ich den grauen Kater damit verjagen könnte, falls er nochmals auftauchen sollte.

Später ging Whisky raus, und weil ich ohnehin nicht schlafen konnte, machte ich mich um 3 Uhr morgens daran, den Fressplatz und sämtliche Näpfe zu putzen, um den Geruch des Katers zu beseitigen bzw. abzuschwächen und wischte hinterher auch noch den Küchenboden mit Swiffer in der Hoffnung, dass der Zitronenduft auch einiges überdeckt und Whisky sich dann eher beruhigt. Außerdem sprühte ich Feliway-Spray (synthetisch hergestellte Wohlfühl-Pheromone für Katen) auf ein Papiertaschentuch und rieb es an Schränken, Türrahmen und rund um den Fressplatz.

Auch als Whisky später wieder reinkam und ich einen Versuch startete, knurrte er mich immer noch an. Langsam machte sich Verzweiflung breit, dass er sich so lange nicht zu erholen schien.

Erst als ich morgens aufstand und ihm wie immer sein Hühnerfilet aus der Hand fütterte, fraß er mir zumindest wieder aus der Hand und ließ sich dann später auch wieder anfassen. Allerdings war er noch den ganzen Tag sehr verstört und schien sich auch im Wohnzimmer, wo nur der Rote und nicht der Graue war, unsicher zu fühlen.

Dieses Erlebnis hat mir aber dann endgültig gereicht, und eine Lösung musste her. Meines Erachtens gab es nur eine Lösung: die Petporte-Katzenklappe mit Chip-Erkennung. Das hat mich dann auch den Rest der Woche beschäftigt.








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