Mr. Rossos Besitzer gefunden
19.04.2009, 10:42 Uhr
Alter: 10 Jahre


 




Am Dienstag war ich (teilweise sogar während der Arbeit) mit Hochtouren dabei, die Besitzer des roten Katers zu finden. Ich habe sicher über 10 Leute in meiner Nachbarschaft angerufen und den Radius immer weiter ausgedehnt. Nicht wenige hatten den Kater in letzter Zeit öfter gesehen, bei einer Familie war er auch schon im Haus, als mal die Türe offen war, aber keiner wusste, wohin er gehört. Der Tipp, den ich noch am Ostermontag als Antwort auf eine meiner Mails bekommen hatte, entpuppte sich auch als Niete. 

Also habe ich 10 Plakate mit genauer Beschreibung und Fotos ausgedruckt, eines davon beim Postamt und eines im Gemeindeamt aufgehängt und wollte abends nach der Arbeit noch weitere im Lebensmittelgeschäft im Ort, in der Bäckerei sowie bei Hofer (Aldi) aufhängen. 2 hatte ich laminiert, um eines davon an der Abzweigung zu meiner Zufahrtsstraße aufzuhängen, da ist auch eine Bushaltestelle, die gleichzeitig an einem gut frequentierten Gehweg liegt. Auch das zweite sollte irgendwo an einen Gehweg in der Nähe kommen.

Es war schon kurz vor Feierabend, als zwei Kinder in meinem Büro auftauchten und das Plakat sahen. Ein Mädchen erkannte es, weil sie in der direkten Nachbarschaft wohnt und ihre Eltern ebenfalls mit einer meiner Mails beglückt worden waren. Sie meinte zu wissen, wohin der Kater gehört. Sie kannte zwar die Leute nicht, konnte mir aber das Haus genau beschreiben. Es liegt nur ca. 300 m Luftlinie von meinem Haus entfernt.

Am selben Abend erreichte ich dort niemanden mehr. Am nächsten Tag versuchte ich die Telefonnummer herauszufinden, aber wie es heutzutage im Handyzeitalter so ist, gibt es immer weniger Festnetzanschlüsse, und Handynummern werden immer weniger im Telefonbuch eingetragen. Also ging ich am Abend persönlich dort vorbei, nahm eines der Plakate mit und - falls die Leute nicht zuhause waren - schrieb ich auch gleich ein Post-it mit der Frage, ob ihnen der Kater gehört und dass sie sich bitte mit mir in Verbindung setzen sollen. Tatsächlich öffnete dann niemand, und ich steckte den Zettel samt Post-it so in den Briefkasten, dass er etwas herausschaute und auffiel. Ich wollte gerade gehen, drehte mich um und traute meinen Augen nicht. Hinter mir, auf dem Dach eines Carports, lag ein roter Kater, und ich konnte kaum glauben, dass er mir auf einem anderen Weg gefolgt sein sollte. Allerdings schaute ich dann genauer hin. Der Kater sah "meinem" zwar zum Verwechseln ähnlich, hatte aber etwas mehr weiß im Gesicht. Da sah ich natürlich schon wieder alle Felle davonschwimmen, denn es sah so aus, als gehörte dieser Kater hierher, während ich wohl schon wieder auf der falschen Fährte war.

Tatsächlich erhielt ich dann etwa einen Stunde später einen Anruf. Es müsse tatsächlich ihr Kater sein, der sei seit dieser Zeit mehr oder weniger verschwunden, komme höchstens noch alle 2 Tage mal zum Fressen. Ich sagte der Besitzerin ausdrücklich, sie solle sich das Foto ganz genau ansehen, weil ich bei ihrem Haus quasi einen Zwilling gesehen hätte. Sie konnte den Kater samt seinen Schmuseeigenschaften und auch äußerlich (bis hin zu den eingefallenen Flanken) so gut beschreiben, sodass ich mir ziemlich sicher war, dass keine Verwechslung möglich ist. Auch beruhigte mich das etwas, denn wenn man sich gar nicht um ihn kümmern würde, könnte man ihn nicht so genau beschreiben. Er heißt übrigens Diego und ist schon ein knappes Jahr alt. Außerdem stehe bereits ein Kastrationstermin fest.

Ich ließ mir die Telefonnummer geben, und wir vereinbarten, dass ich anrufe, wenn der Kater wieder bei mir auftaucht, sodass sie ihn dann erst mal ansehen kann, ob es wirklich ihrer ist, und ihn dann mitnehmen kann.

Das war dann am Donnerstagmorgen der Fall. Diego tauchte schon morgens um 6 zum Fressen auf und war ständig irgendwo in der Nähe - entweder gleich im Haus oder auf der Terrasse. Aber morgens um 6 kann man natürlich nirgendwo anrufen. Als er kurz nach 7 immer noch da war, spielte ich mit ihm, sodass er noch ein bisschen länger blieb und ich anrufen konnte. Die Besitzerin kam dann auch tatsächlich kaum 10 Minuten später, erkannte ihn und nahm ihn mit. Es irritierte mich zwar etwas, dass er bei ihrem Rufen nicht sofort auf sie zurannte, allerdings hatte ich ziemlich intensiv mit ihm gespielt, was er sichtlich genossen hatte und in dem Moment gerade ziemlich aufgedreht war. Sie meinte, sie würde ihn erst mal einen Tag im Haus lassen. Einen Tag lang tauchte er auch tatsächlich nicht mehr auf, war aber seither schon wieder öfters hier.

Bei uns machte sich auch Erleichterung breit, denn Whisky hatte schon gar nicht mehr am Fressplatz gefressen oder aus den Näpfen getrunken, sondern ich musste ihn immer auf der Küchenarbeitsplatte füttern. Nach einem Tag ohne Katerbesuch war dann die Lage zum Glück bereits deutlich entspannter.

Mein Schlaf war es jedoch nicht, denn natürlich wartete ich nur auf den grauen Kater, um ihn sofort verjagen zu können. Einmal gelang es mir tatsächlich, ihm auch etwas Wasser nachzuschütten, sodass er bei folgenden Besuchen immer sofort verschwand, sobald er auch nur das kleinste Geräusch hörte oder im Schlafzimmer das Licht anging. Trotzdem hat ihn das nicht davon abgehalten, immer wieder nachts aufzutauchen und zu fressen.








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