Kennzeichnung mit Mikrochip

Warum Kennzeichnung?

Man braucht nur die Kleinanzeigen einer Zeitung zu lesen, um zu sehen, wie oft Tiere, ganz besonders Katzen, als vermisst gemeldet werden oder aber irgendwo zugelaufen sind. Eine eindeutige Kennzeichnung eines Haustieres ermöglicht es, dieses dem Besitzer zuzuordnen, wenn das Tier mal verloren geht. Viele Tiere landen in Tierheimen, bei Tierschutzorganisationen oder verletzt in einer Tierarztpraxis. Ist das Tier eindeutig gekennzeichnet und in einer entsprechenden Datenbank registriert, kann der Besitzer sofort ermittelt und verständigt werden.

Außerdem ist ein Chip ein eindeutiger Eigentumsnachweis im Streitfall, z.B. bei Tierdiebstahl oder wenn beispielsweise jemandem die Katze zugelaufen ist, derjenige aber darauf besteht, dass es seine eigene ist.

Für den EU-Heimtierausweis ist die Kennzeichnung auch bei Katzen vorgeschrieben. Wer also mit seiner Katze ins Ausland verreisen möchte, ist verpflichtet, sie kennzeichnen zu lassen. Übergangsweise ist derzeit auch die Tätowierung noch als Kennzeichnung zulässig, ab Juli 2011 wird jedoch nur noch der Transponder anerkannt.

Für Züchter ist die Kennzeichnung auch zum Nachweis der Abstammung wichtig, auch kann das Tier zweifelsfrei dem Impfpass zugeordnet werden.

In Deutschland werden fast alle Katzen gechippt oder tätowiert, dort sind diese Möglichkeiten viel bekannter. Gerade hier auf dem Land, wo es auch kaum teure Rassekatzen gibt, weiß kaum jemand um diese Möglichkeit, und niemand würde auf die Idee kommen, eine zugelaufene Katze zum Tierarzt zu bringen, um sie auf einen Chip überprüfen zu lassen. Eine Tätowierung im Ohr würde eher als kuriose Farbvariante, Narbe oder Krankheit interpretiert. Das war für mich der Grund, meine Katzen nicht chippen oder tätowieren zu lassen, weil es ihnen in diesem Umfeld kaum etwas nützen würde, falls sie mal verloren gehen.

Eine Begebenheit hat mich dann zum Umdenken gebracht. Zufällig sah ich auf der Internetseite des regionalen Tierheimes einen Fundkater, der hier im Ort gefunden wurde. Ich setzte mich mit dem Tierheim in Verbindung, um zu fragen, ob ich helfen könne, den Besitzer zu finden (Internetseite der Gemeinde, Plakate...). Auf diesem Weg erfuhr ich, wie der Kater ins Tierheim kam. Der Kater wurde angefahren und vom Autofahrer verletzt in eine Tierarztpraxis gebracht. In der Nachbarschaft wusste niemand, wem der Kater gehört, so wurde er nach der Erstversorgung vom Tierarzt ins Tierheim gebracht. Dort blieb er mehrere Wochen in Quarantäne, bis er nach Ausheilung seiner Verletzung weitervermittelt werden konnte. Hätte der Kater einen Chip gehabt, hätte man den Besitzer nicht nur ausfindig machen, sondern auch sofort verständigen können.

Die Möglichkeit, dass eine Katze angefahren wird, besteht leider immer, und das Beispiel zeigt, wie schnell eine Katze dann auch im Tierheim landen kann, während sie ein verzweifelter Besitzer wochen- und monatelang sucht. Das gab für mich den Ausschlag, den Chip in Erwägung zu ziehen. Deshalb habe ich Whisky und Bailey nachträglich noch im Alter von 5 Jahren chippen und natürlich auch registrieren lassen.

Der Chip hat mittlerweile einen weiteren angenehmen Vorteil: Es gibt inzwischen eine Katzenklappe der Firma Petporte, die ein integriertes Chip-Lesegerät hat, dadurch den Chip der einprogrammierten Katzen erkennt und nur diese ins Haus lässt - ganz ohne gefährliches Halsband und ständig verloren gehende Halsbandmagneten oder Infrarotsender. Diese Katzenklappe habe ich inzwischen in Verwendung und bin begeistert. Besuche von fremden Katern gehören der Vergangenheit an.

Welche Möglichkeiten der Kennzeichnung gibt es?

Mikrochip

Der Chip oder Transponder ist ein fälschungs- und manipulationssicherer "Personalausweis" des Tieres, der mittels Einwegspritze so gut wie schmerzfrei (vergleichbar mit einer Impfung) nach internationaler Norm auf der linken Halsseite unter die Haut implantiert wird und ein Leben lang funktionsfähig bleibt. Der Chip ist 2 x 12 mm groß und enthält Antennenspule und Chip mit gespeicherter Identifikationsnummer in einer gewebeverträglichen Glashülle. Der Chip ist inaktiv, d.h. er "strahlt" nicht ständig, sondern wird erst durch ein Lesegerät angeregt, Daten zu übertragen. Die Reichweite des Chips kann je nach Hersteller variieren, die maximale Entfernung zwischen Lesegerät und Transponder beträgt bei ISO-konformen Chips 30 cm.

Die 15-stellige Kenn-Nummer ist weltweit einzigartig und setzt sich aus dem 3-stelligen Ländercode (alternativ dazu kann auch ein Herstellercode verwendet werden) und der 12-stelligen ID-Nummer zusammen. Diese Chip-Nummer entspricht mittlerweile dem ISO-Standard und wurde damit weltweit vereinheitlicht. Damit wurden frühere Probleme, dass nicht jedes Lesegerät jeden Chip lesen konnte, beseitigt. 

Zum Chip werden meist mehrere selbstklebende Barcode-Etiketten mitgeliefert, die z.B. für Impfpass, Zuchtpapiere oder Stammbaum verwendet werden können.

Wie sehr die Kosten für den Transponder variieren kann ich nicht sagen, bei meinen Katzen kostete das Chippen jeweils € 30,- und die Registrierungsgebühr je € 15,-. 

Was viele Leute nicht wissen: 

Der Chip allein hilft noch nicht beim Auffinden des Besitzers eines Fundtieres, wenn er in keiner Datenbank registriert ist, denn erst durch die Registrierung kann ein Tier seinem Besitzer zugeordnet werden. Oft machen das die Tierärzte, aber sie sind nicht dazu verpflichtet. Sehr viel sinnvoller wäre es, die Tierhalter würden es selber machen und dann bei Veränderungen (Umzug, Besitzerwechsel...) diese Änderungen auch bekannt geben und die Daten pflegen.

Leider sind sehr viele Tierhalter der Meinung, dass mit Einsetzen des Chips alles erledigt ist. Es empfiehlt sich unbedingt, dies mit dem Tierarzt abzuklären oder den Chip bei der entsprechenden Organisation (z.B. bei Europas größter Haustierdatenbank Tasso) selber registrieren zu lassen. Dies kann z.B. bei Tasso online und völlig kostenlos über Internet erledigt werden. Wer sich nicht sicher ist, ob sein gechipptes Haustier auch registriert ist, kann online die Chip-Nummer eingeben und dies überprüfen. 

Tätowierung

Die Tätowierung war vor der Möglichkeit des Chippens üblich, ist allerdings für das Tier sehr schmerzhaft und kann deshalb nur unter Narkose durchgeführt werden. Auch ist diese Methode nicht komplett fälschungssicher, da Tätowierungen verändert werden können und damit keine Zuordnung zum Besitzer mehr möglich ist. Tätowierungen können mit den Jahren auch verblassen und unlesbar werden. Im Zuge krimineller Machenschaften (Tierdiebstahl zur Gewinnung von Katzenfellen) könnte dem Tier auch das tätowierte Ohr einfach abgeschnitten werden.

Der Vorteil der Tätowierung ist wiederum, dass sie auf den ersten Blick erkennbar ist, während ein implantierter Chip nicht sichtbar ist und nur von Stellen mit Chip-Lesegerät (Tierärzte, Tierheime...) ausgelesen werden kann.


Hunde kommen her, wenn sie gerufen werden.
Katzen nehmen es zur Kenntnis und kommen gelegentlich darauf zurück.
Mary Bly


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