Woran erkennt man gutes Katzenfutter?

Generell sollte Katzenfutter im Zoofachhandel und nicht im Supermarkt eingekauft werden, da nur dort wirklich hochwertige Sorten erhältlich sind. Ja, es ist teurer, und zwar viel teurer als Supermarktfutter. Allerdings sind die Zutaten dafür in konzentrierter Form enthalten und die Katze braucht viel weniger Futter, um alle Nährstoffe zu bekommen und auch satt zu werden, als es bei einer Billig-Sorte der Fall wäre. Der Katzen-Organismus signalisiert dann, dass er noch nicht "satt" ist, weil er einfach die benötigten Nährstoffe nicht bekommen hat. Deshalb muss die Katze mengen- und kalorienmäßig mehr essen, als sie brauchen würde, was wiederum das Risiko von Übergewicht erhöht. 

Es wird auch gerne damit argumentiert, dass sich mit hochwertigem Futter die Kot-Menge deutlich verringert und man dann wiederum an der benötigten Katzenstreu spart. Da ich von Anfang an hochwertig gefüttert habe, kann ich keine Vergleiche ziehen und dies nicht aus eigener Erfahrung bestätigen.

Ob dann bei all diesen Argumenten rechnerisch unter dem Strich tatsächlich wieder dasselbe herauskommt, sei dahingestellt. Generell sollte dem Katzenbesitzer die Gesundheit seiner Katze aber auch etwas wert sein. Schlussendlich spart man dann eben an den Tierarztkosten.

Ein weiterer Hauptgrund für die Meidung von Supermarktfutter ist der in fast allen Sorten enthaltene Zucker, der in der Katzenernährung nichts verloren hat.

Wie schon geschrieben, orientiert sich ein gutes Futter am Beispiel Maus, d.h. dass Fleisch/Eiweiß den Hauptanteil ausmacht und Getreide nur einen kleinen Teil. Es empfiehlt sich, die Zutatenlisten genau zu lesen und sich auch zu informieren, wie man sie versteht, denn die Industrie arbeitet auch hier mit allen Tricks.

Grundsätzlich sollte Fleisch und nicht Getreide an erster Stelle stehen. Die Zutatenliste muss nach Gewicht der verwendeten Zutaten absteigend sortiert sein, d.h. die Zutat mit dem höchsten Gewicht, also dem offensichtlich größten Anteil, muss an erster Stelle stehen.

Tricks der Lebensmittelindustrie

Es gibt für "Fleisch" aber auch unterschiedliche Bezeichnungen. Fleisch ist nicht gleich Fleisch. Hier die wichtigsten Unterscheidungen am Beispiel Huhn:

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (mind. 4% Huhn)

Das ist wohl die gängigste Bezeichnung auf den Supermarkt-Nassfuttersorten. Das heißt, dass Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse verwendet werden, legt also die Vermutung nahe, dass hauptsächlich billige Schlachtabfälle verarbeitet werden. Es kursieren hier auch Gerüchte von Krallen, Federn, Schnäbeln, ja sogar Urin - dazu kann und will ich mich nicht äußern, ich weiß nicht, was an den Gerüchten dran ist und möchte mich nicht auf Aussagen von Usern in Katzenforen verlassen. 

Das in dieser Bezeichnung angeführte"Fleisch" kann von jeder beliebigen Tierart kommen, lediglich die ausdrücklich gekennzeichneten 4% stammen hier von der namensgebenden Sorte, also in diesem Beispiel vom Huhn! Das heißt, dass generell das billigste Fleisch oder die billigsten Schlachtabfälle verwendet werden können, trotzdem darf das Futter die Bezeichnung "Huhn" führen, wenn nur 4% tatsächlich vom Huhn stammen. Von welchen Teilen des Huhnes ist aber wieder dahingestellt. Das muss noch lange nicht heißen, dass hier gutes, mageres Hühner-Muskelfleisch verwendet wird!

Huhn

Steht diese Bezeichnung an erster Stelle, ist zumindest sichergestellt, dass der Hauptanteil des Futters tatsächlich aus Huhn und nicht aus vielleicht billigerem Rind- oder Schweinefleisch besteht. Die allumfassende Bezeichnung "Huhn" lässt aber wiederum offen, welche Teile des Huhnes verwendet wurden, es können also durchaus auch (oder nur) tierische Nebenerzeugnisse (z.B. Innereien, Sehnen,...) des Huhnes verwendet werden. 

Hühnerfleisch

Diese Bezeichnung stellt klar, dass es sich wirklich um Hühner-Muskelfleisch handelt. Wenn diese Bezeichnung an erster Stelle steht, ist das schon mal gut, denn es besagt eindeutig, was drin ist. Allerdings muss das aber auch nicht unbedingt heißen, dass Hühnerfleisch gewichtsmäßig wirklich die Hauptzutat ist, da es im "Rohzustand", also vor der Trocknung und noch mit dem enthaltenen Wasseranteil gewogen wurde.

Hühnerfleischmehl/getrocknetes Hühnerfleisch

Wenn diese Zutat an erster Stelle steht, kann man wirklich davon ausgehen, dass es sich um ein hochwertiges Futter handelt, da das Gewicht des Fleisches in der Form angegeben wurde, wie sie auch wirklich im Futter enthalten ist, nämlich NACH dem Trocknungsvorgang in bereits gemahlenem Zustand.

 

Auch hier gibt es wieder Tricks. Um zu verschleiern, dass ein Futter viel Getreide enthält, sind oft viele verschiedene Getreidesorten beigemengt, die aber gewichtsmäßig noch hinter dem Fleisch stehen. Wenn ein Futter zwar Hühnerfleischmehl an erster Stelle stehen hat, direkt dahinter folgen aber gleich 3 Getreidesorten, kann man davon ausgehen dass der Getreideanteil wiederum höher als der Fleischanteil ist. Man sollte die Etiketten also wirklich "studieren" und auch verstehen.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass tierische Nebenerzeugnisse nicht gänzlich zu verteufeln sind. Auch am Beispiel Maus frisst die Katze Knochen und Innereien und braucht sie auch wegen der Mineralstoffe (z.B. Calcium). Aber bei den Supermarktsorten ist es eben so, dass der Hauptanteil daraus besteht und man beim besten Willen nicht mehr herauslesen kann, was genau im Futter enthalten ist.

Ich füttere meinen Katzen auch einzelne Nassfuttersorten, die tierische Nebenerzeugnisse beinhalten. Es nützt leider das beste Futter nichts, wenn es die Katze nicht frisst, und bei den wirklich hochwertigen Nassfuttersorten streiken meine beiden Miezen leider, obwohl ich von klein auf eigentlich mit den hochwertigsten Sorten angefangen habe. Da sie sich ohnehin größtenteils von Trockenfutter ernähren und ich da auf wirklich erstklassige Qualität achte, bin ich der Meinung, dass es beim Nassfutter auch mal "Junk-Food" sein darf. Der Mensch neigt ja auch dazu, zwischendurch mal gerne diverse amerikanische Fast-Food-Ketten zu besuchen...  Bei Zucker bin ich allerdings wirklich konsequent - ein Futter, das Zucker enthält, kommt bei mir ausnahmslos nicht in den Napf.

Empfehlenswerter Link

Für diejenigen, die sich noch genauer informieren möchten, habe ich eine sehr ausfühliche Datenbank gefunden, wo die Inhaltsstoffe sehr vieler verschiedener Katzenfuttersorten genau angeführt sind und es außerdem ein Futterlexikon gibt, in dem verschiedene Begriffe, die auf Zutatenlisten und in Zusammenhang mit Katzenfutter vorkommen, erklärt werden. Hier geht's zur Katzenfutter-Datenbank der Schmusekatzen.


"Es ist gleichgültig, ob eine Katze schwarz oder weiß ist, Hauptsache, sie fängt Mäuse."
Deng Xiaoping

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