Katze gefunden / Katze zugelaufen - was tun?

Für einen liebenden Katzenbesitzer gibt es nichts schlimmeres als die Ungewissheit und die Sorge, wenn er sein Tier vermisst. Oft ist die Katze nicht gar nicht weit entfernt und erfreut sich bester Gesundheit, wurde aber vielleicht irrtümlich für heimatlos gehalten und von mitleidigen Menschen adoptiert. Dieses Herz für Tiere ist ja auf der einen Seite sehr lobenswert, aber auf der anderen Seite könnte der trauernde Besitzer oft sehr leicht ermittelt werden, wenn man sich die Mühe macht, ihn zu suchen.

Wenn eine überfahrene, tote Katze am Straßenrand liegt, verständigen Nachbarn, Anrainer oder Spaziergänger zwar oft die Straßenverwaltung oder den Gemeindebauhof, damit das Tier "entsorgt" wird und man dem unschönen Anblick nicht länger ausgesetzt ist, kommen aber leider meist gar nicht auf die Idee, dass die Besitzer davon nichts mitkriegen und stattdessen wochenlang in Ungewissheit, Sorge und Angst leben, wenn die Katze nicht nachhause kommt. 

Für mich selber ist die schlimmste Vorstellung überhaupt, dass eine meiner Katzen überfahren werden könnte und dann vom Bauhof der Gemeinde von der Straße entfernt wird, ohne dass mir jemand Bescheid sagt, dass sie getötet wurde. Was man sich als liebender Katzenbesitzer für Horrorszenarien ausmalt, wenn eine Katze länger nicht nachhause kommt (ohne Nahrung irgendwo eingesperrt, irgendwo schwer verletzt liegend, von Tierfängern erwischt, von einem Katzenhasser vergiftet...) und wie intensiv bzw. wie lange einen diese Visionen quälen, kann wohl nur jemand ermessen, der schon in dieser Situation war. Mir persönlich bricht schon der kalte Schweiß aus und der Magen dreht sich um, wenn eine meiner Katzen länger als 4 Stunden nicht nachhause kommt. Ich möchte nicht die Erfahrung machen, wie es mir geht, wenn sich dieser Zustand über mehrere Tage oder Wochen zieht. Für einen Katzenbesitzer ist es normalerweise weniger schlimm, über den Tod seiner Katze unterrichtet zu werden als in ewiger Ungewissheit zu leben, was mit dem Tier passiert ist.

Es liegt also in erster Linie an den Findern, solches Leid bei den Besitzern verhindern zu können. Für mich ist es ein großes Anliegen, dass Leute darauf sensibilisiert werden, hier Verantwortung zu übernehmen und ihr Möglichstes zu tun, damit lebende Katzen wieder zu ihren Besitzern zurückkommen und die Besitzer von toten Katzen ausfindig gemacht werden, um sie über den Tod ihres Tieres zu informieren und ihnen die Ungewissheit zu ersparen. Was kann man also tun, wenn man eine Katze findet?

Richtiges Verhalten bei gefundener toter Katze

  • Überprüfung auf Halsband mit Adressanhänger bzw. Telefonnummer oder Tätowierung im Ohr
  • zum Tierarzt bringen und auf Chip überprüfen lassen
  • Katze zumindest fotografieren, damit sie eventuell auch später noch identifiziert werden kann oder auch - je nach Zustand, da ist natürlich Feingefühl gefragt - Plakate mit Fotos aufgehängt werden können
  • an häufig frequentierten Orten in der Umgebung (Bäckereien, Lebensmittelgeschäfte, Postamt, Bank, Gemeindeamt...) nach Einholen der Erlaubnis Zettel aufhängen, entweder mit Beschreibung der Katze, ev. mit Foto oder dem Hinweis, dass ein Foto vorliegt, auf dem man sie identifizieren kann -  bitte nicht "wild" an öffentlichen Plätzen (Bäume, Laternenmasten...) plakatieren, das kann teuer werden!
  • in der Nachbarschaft fragen, ob jemand die Katze kennt bzw. eine Katze vermisst; auch Kinder fragen - da diese hauptsächlich zu Fuß unterwegs sind, durch ihre Freunde in mehreren Haushalten aus und ein gehen und sich in der Nachbarschaft auskennen
  • Inserat in lokaler Zeitung (Tierecke? vielleicht sogar Rubrik "Gesucht/Gefunden?"), Gemeindeblatt; aber auch Inserate in lokalen Medien lesen, ob das Tier irgendwo als vermisst gemeldet ist oder gesucht wird
  • Internet: falls vorhanden auf lokaler/regionaler Tierseite oder Tierforum inserieren bzw. bekannt geben (meist gratis möglich!), vielleicht besteht die Möglichkeit eines Inserates auch auf der Homepage des eigenen Wohnortes
  • Foto dem Tierarzt vorlegen, ob er die Katze kennt (besonders in kleinen Orten und ländlicher Umgebung, wo es nur wenige Tierärzte gibt, die die Tiere dann auch oft erkennen) bzw. zumindest in der Tierarztpraxis bekannt geben, dass eine Katze gefunden wurde, falls dort nachgefragt wird
  • Tierheim verständigen, ev. Foto zur Verfügung stellen, falls dort nach der Katze gesucht wird

Richtiges Verhalten bei zugelaufener Katze

  • Nicht jede Katze, die plötzlich öfter durch den Garten streift oder vor der Tür sitzt, ist eine herrenlose Streunerkatze, und nicht jede Katze, die miaut, hat Hunger! Manche Katze sucht nur ein paar Streicheleinheiten, ein paar Leckerlis oder ein bisschen Aufmerksamkeit in Abwesenheit ihrer Besitzer. Wirkliche Streunerkatzen bzw. verwilderte Katzen sind im Gegensatz dazu sehr oft extrem menschenscheu und nicht zutraulich. Bitte keine Katze aufnehmen oder füttern, wenn nicht erst GRÜNDLICH versucht wurde, den Besitzer zu ermitteln! Kein Besitzer schätzt es, wenn seine Katze "abgeworben" wird!
  • Überprüfung auf Halsband mit Adressanhänger bzw. Telefonnummer oder Tätowierung im Ohr
  • zum Tierarzt bringen und auf Chip überprüfen lassen
  • Katze fotografieren
  • an stark und häufig frequentierten Orten in der Umgebung (Bäckereien, Lebensmittelgeschäfte, Postamt, Bank, Gemeindeamt...) nach Einholen der Erlaubnis Zettel mit Foto und genauer Beschreibung aufhängen; falls auffällige besondere Kennzeichen vorhanden sind, diese anführen - bitte nicht "wild" an öffentlichen Plätzen (Bäume, Laternenmasten...) plakatieren, das kann teuer werden!
  • in der Nachbarschaft fragen, ob jemand die Katze kennt bzw. eine Katze vermisst, auch Kinder fragen - da diese hauptsächlich zu Fuß unterwegs sind, durch ihre Freunde in mehreren Haushalten aus und ein gehen und sich in der Nachbarschaft auskennen
  • Inserat möglichst mit Foto in lokaler Zeitung (Tierecke? Rubrik "Zugelaufen") oder Gemeindeblatt; auch Inserate in lokalen Medien lesen, ob das Tier irgendwo als vermisst gemeldet ist oder gesucht wird
  • Internet: falls vorhanden auf lokaler/regionaler Tierseite oder Tierforum möglichst mit Foto inserieren bzw. bekannt geben (meist gratis möglich!), vielleicht besteht die Möglichkeit eines Inserates auch auf der Homepage des eigenen Wohnortes
  • beim Tierarzt bekannt geben, dass eine Katze zugelaufen ist, ev. in der Tierarztpraxis Zettel mit Foto aufhängen
  • Tierheim verständigen, Foto zur Verfügung stellen, falls dort nach der Katze gesucht wird

 

Ich selber halte es gerade in Bezug auf diese Situationen für wichtig, dass meine Tiere zumindest in der Nachbarschaft bekannt sind, bzw. die Nachbarn wissen, dass sie mir gehören. Im Gespräch mit Nachbarn - wenn die Katzen nicht ohnehin dabei oder in Sichtweite sind - darf man ruhig mal das Thema auf die Katzen lenken und sie ganz nebenbei beschreiben. Nachdem ich in meinem Wohnort arbeite und an meinen Arbeitsplatz auch viele Leute aus dem Ort kommen, habe ich auch in meinem Büro gut sichtbar je ein Foto von meinen Katzen aufgehängt, auf die ich dann auch oft angesprochen werde und daran erkenne, dass sie auch wahrgenommen werden. Vielleicht bringt sie das ja im Extremfall mal zu mir zurück.

Genauso versuche ich im Gegenzug immer herauszufinden, wem die Katzen in der Nachbarschaft gehören, um im Notfall auch den Besitzer verständigen zu können.

 

Diesen Text habe ich dem Haustierportal Vivatier mit geringfügigen Änderungen zur Veröffentlichung als Artikel zur Verfügung gestellt. Vivatier verstößt mit der Veröffentlichung somit nicht gegen ein Urheberrecht, da diese mit meiner ausdrücklichen Genehmigung erfolgt.


Die Katzen sind Wörter mit Pelz. Wie die Wörter, so streifen sie um die Menschen herum, ohne sich je zähmen zu lassen. Wörter und Katzen gehören zur Rasse der Nicht-Greifbaren.
Erik Orsenna

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