Katzenerziehung - geht das überhaupt?

Während generell die landläufige Meinung vertreten wird, dass sich Katzen nicht erziehen lassen, schwört so mancher Katzenhalter, dass er es doch geschafft hat. Was ist nun richtig?

Die Antwort lautet: Beides! Es ist nur eine Sache der Definition. Den Begriff "Erziehung" setzt der Mensch üblicherweise gleich mit "Gehorsam". Das ist von einer Katze tatsächlich nicht zu erwarten, genausowenig wie das bedingungslose Ausführen von Befehlen.

Katzen sind keine Rudeltiere und sind es daher auch nicht gewohnt, sich einem Rudelführer unterzuordnen. Sie tun nur das, was sie selber wollen, was sie gern tun und was sie aufgrund von gemachten Erfahrungen als für sich lohnend einstufen.

Nicht "erziehbar" ist aber nicht zwingend gleichzusetzen mit "nicht lernfähig" - denn das sind Katzen sehr wohl! Schon die Katzenmutter schafft es bereits, die winzigen Jungkätzchen zu erziehen und bringt ihnen die grundlegenden Dinge des Lebens bei. Dort lernen die Kitten durch Nachahmung. Bei unerwünschtem Verhalten gibt es hingegen schon mal einen Nasenstüber von der Katzenmutter.

Auf sich alleine gestellt, lernen Katzen durch Erfolg und Misserfolg. Wie schnell merken sich Katzen, dass es bei Schütteln der Futterpackung oder beim Öffnen des Kühlschrankes etwas leckeres gibt und werden daraufhin zuverlässig angerannt kommen.

Im Gegenzug dazu ergreifen die meisten Katzen bereits die Flucht, wenn plötzlich die Transportbox hervorgeholt wird, weil sie diese vom letzten Tierarztbesuch mit etwas unangenehmem (eingesperrt sein, autofahren, in völlig unbekanntes Terrain gebracht zu werden) verbinden.

Auch Sprache können Katzen bis zu einem gewissen Grad "verstehen" oder zumindest einzelne Begriffe einer Handlung zuordnen. So reagiert mein Kater Whisky ausnahmslos immer auf die Frage "Hunger?", Bailey hingegen auf die Frage "Spielen?". Wenn ich die Tür zum Stiegenhaus aufmache, kommen beide Katzen wie die Kugel aus dem Rohr angerannt, selbst wenn sie tief geschlafen haben, weil sie in den Keller oder ins Stiegenhaus wollen, wo sie sonst keinen ständigen Zugang haben. Wenn ich mich aber morgens von den Katzen verabschiede und sage, dass ich zur Arbeit gehe, riskieren sie kaum einen müden Blick, und niemals kommt dann eine der beiden angerannt.

Lernfähig sind Katzen also auf jeden Fall, aber in Sachen "Erziehung" entscheiden sie doch selber, was sie umsetzen wollen und was nicht. Mit positiver Verstärkung kann das Verhalten einer Katze also durchaus "erzieherisch verändert" werden (Danke Helena für diesen Begriff!). Aber auch die lernfähigste Katze wird niemals einem Befehl gehorchen, der für sie unangenehme Folgen hat oder den sie mit etwas unangenehmem verbindet. Die Erziehung bei Katzen hat also ihre Grenze dort, wo bedingungsloser Gehorsam verlangt wird.

Was bei Katzen hingegen überhaupt keinen Effekt hat - und das ist auch der Hauptgrund, wieso sie als nicht erziehbar gelten -, ist Strafe. Während Hunde Strafe "persönlich" nehmen und bestrebt sind, die Harmonie im Rudel - also mit dem Halter - wieder herzustellen, wenden sich Katzen, bildlich gesprochen, einfach schulterzuckend ab nach dem Motto "Na gut, dann nicht" und gehen auf Distanz. Strafe führt bei der Katze eher zu Angst und Unsicherheit, noch dazu kann es passieren, dass die Katze die "Strafe" gar nicht mit ihrem Verhalten in Verbindung bringt und das unerwünschte Verhalten dann in Abwesenheit des Besitzers dennoch beibehält.

Hat man eine Katze geschimpft und schaut man sie dann an, so wird man von dem hässlichen Argwohn befallen, sie könnte vielleicht jedes einzelne Wort verstanden haben. Jedenfalls macht sie ein Gesicht, als hätte sie alles genauestens notiert - um darauf zurückzukommen!
Gray Charlotte

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