Katzenfummelbrett zur Beschäftigung

Whisky fummelt Trockenfutterstückchen zwischen den Dübeln heraus

Whisky und Bailey haben ja dadurch, dass sie uneingeschränkten Freigang genießen, ihre Beschäftigung, ihre Unterhaltung und ihre Abwechslung draußen. Umso schlimmer ist für sie der Winter, wenn der Schnee oder Minustemperaturen längere Streifzüge nicht zulassen. Folgedessen leiden sie dann an chronischer Langeweile, und ich suchte nach einer Beschäftigung, die sie auch untertags fordert, wenn ich nicht zuhause bin.

Ich glaube, in einer Katzenzeitschrift hatte ich schon früher einmal ein Beschäftigungsspiel dieser Art gesehen, irgendwie hatte ich das im Hinterkopf und habe mir dann die Klorollenschachtel gebastelt. In die einzelnen Klorollen kamen dann Trockenfutterstückchen, die die Katzen dann quasi selber "erjagen" müssen, statt sie einfach in einem gefüllten Napf vor die Nase gesetzt zu bekommen. Damit haben sie dann zumindest ansatzweise eine Art "Jagd-Erfolg".

Whisky an der Klorollenschachtel
Bailey an der Klorollenschachtel

Eigentlich dachte ich eher, dass ein Denk- und Geschicklichkeitsspiel genau das Richtige für die clevere, winterhassende und deshalb chronisch unterforderte und immer nach Beschäftigung bettelnde Bailey sein könnte. Allerdings ist Futter für sie eher Nebensache und es bewegt sich wohl zu wenig. Trotzdem hat sie doch öfter gefummelt.

Aber mehr als erstaunt war ich vom faulen und gefräßigen Whisky. Eigentlich ist er ja ein Schlinger - wenn es nicht extra große Kroketten sind, schluckt er alles ganz runter. Beim Fressen legt er ein Tempo vor, das ist unglaublich. Zum Spielen ist er nicht zu bewegen, und Bewegung bekommt er nur auf seinen Streifzügen draußen. Folgedessen dachte ich eigentlich, das Spiel wäre ihm viiiiiiel zu viel Arbeit, ginge ihm zu langsam und die Ausbeute wäre ihm zu gering. Weit gefehlt. Er war begeistert!!! Oft musste ich 2x täglich auffüllen, denn die Fummelschachtel im Wohnzimmer war ihm lieber als die Näpfe in der Küche.

Außerdem kam mir vor, dass er ausgeglichener war. Sonst macht er im Winter aus Langeweile öfter Jagd auf Bailey, mit der er dann nicht gerade zimperlich umgeht und sie öfter mal Prügel einstecken muss. Ich bilde mir zumindest ein, dass das seit dem ersten Fummelspiel sehr viel weniger wurde. Es hatte also durchaus Therapie-Qualität.

Hier nochmal Whisky mit größter Begeisterung beim Fummeln:

Whisky an der Klorollenschachtel

Ich ging dann dazu über, einzelne Trockenfutterstückchen im Wohnzimmer zu verstecken - einige unter im Zimmer verteilten Stückchen Seidenpapier, andere auf einer Kuschelhöhle oder auf dem Kratzbaum. Whisky ging immer der Nase nach, suchte sie mit Begeisterung, und es wurde zum täglichen Spiel. Wenn nichts mehr da war, hat er regelrecht gefordert, dass ich wieder nachfülle und verstecke. Dann habe ich ihm auch einige Stückchen durch's Wohnzimmer gekickt. Nicht dass er ihnen nachgerannt wäre, aber immerhin hat er sich dafür in Bewegung gesetzt. Etwa 3 Stückchen kriegt er jedes Mal aus der Hand, für die er inzwischen auch bereitwillig Männchen macht. Für Futter tut er ja wirklich alles.  

Deshalb habe ich mich im Internet auf die Suche gemacht nach weiteren Beschäftigungsspielen und stieß dabei auf die geniale Seite www.katzenfummelbrett.ch , fand noch mehr Anregungen und baute noch am selben Tag mein Fummelbrett.

Katzenfummelbrett von oben
Katzenfummelbrett von vorne

Am nächsten Tag dann der Test mit den Katzen. Sie waren interessiert, fingen jedoch nur langsam an zu fummeln. Aber sie hatten schnell alles kapiert - bis auf die Flasche, das haben sie auch nach 3 Monaten noch nicht rausgefunden und zeigen kein Interesse. Auch nicht, als ich ein Stück Paketschnur, die sie eigentlich als Spielzeug lieben, daran befestigt habe.

Bailey fummelt nur sporadisch, Whisky jedoch ist zum Chef-Fummler geworden. Oft geht er, wenn er durch die Katzenklappe in der Küche reinkommt, an den gefüllten Näpfen vorbei ins Wohnzimmer, um sich am Fummelbrett zu verpflegen. Ich muss spätestens nach 2 Tagen wieder auffüllen (wenn draußen Schnee liegt auch schon mal 2x am Tag), und Whisky wird immer geschickter.

Ich hatte zwar Bedenken, gerade ihn, der ohnehin schon ein Hängebäuchlein mit sich herumträgt, noch zu weiterem Fressen zu animieren, aber er frisst meiner Menung nach mengenmäßig nicht mehr als vorher. Ich merke, dass ich die Näpfe in der Küche, die ich vorher täglich auffüllen musste, jetzt nur noch alle 3 - 4 Tage nachfüllen muss. Ich glaube sogar, dass er eher weniger frisst, weil er die Stückchen einzeln erobern muss und nicht mehr so schlingen kann (nichtsdestotrotz beginnt er natürlich schon mit den Bereichen, an die er mit der Schnauze rankommt...). Und das Beste ist: Er kaut jetzt sogar. Naja zumindest knackt er die Stücke wenigstens. Ich verwende zwar für das Fummelbrett meist extra große Kroketten, damit er auch was für seine Zähne tut, aber auch mit kleineren hört man ihn knacken.

 

Du brauchst für ein Anfänger-Brett:

  • Ein Brett nach Wahl, meines ist ein alter Regalboden, für den Anfang zum Ausprobieren tut's aber genausogut ein Prototyp aus Kartonelementen
  • Korken
  • Dübel
  • Plastikbecher
  • Klorollen
  • dünne Hölzchen
  • Holzleim oder Bastelkleber
  • ... alles was einem sonst noch so einfällt, Anregungen und Erfahrungsbereichte kann man sich wunderbar bei www.katzenfummelbrett.ch holen. Das Flaschenelement scheint wirklich für Fortgeschrittene zu sein, deshalb ewrde ich es hier nicht genau ausführen.

So geht's:

Für die Dübel die Löcher vorbohren, die anderen Elemente in beliebiger Aufteilung festkleben. Darauf achten, dass alle Elemente gut zu erreichen sind. Die Abstände zwischen Dübel und Korken nicht zu groß machen, damit es nicht so einfach wird, die Futterstückchen direkt mit der Schnauze zu holen. Für die schmalen Bahnen zwischen den Hölzchen gilt dasselbe. Den Leim gut trocknen lassen, dann befüllen und die Katzen erst mal selber machen lassen.

Für den Anfang zum Ausprobieren reicht wie gesagt ein Prototyp aus Karton. Da die Trockenfutterstücke aber sehr fetthaltig sind und zeitweise auch mit der Zunge gefummelt wird, ist es keine Dauerlösung. Klorollen müssen auch von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Für regelmäßige Fummler empfiehlt sich auf jeden Fall eine abwaschbare Lösung. Der furnierte Regalboden ist hier natürlich optimal. Aus dem selben Grund habe ich die Dübel nicht festgeklebt, sondern nur in die Löcher gesteckt. Zum Reinigen ziehe ich sie dann einfach raus und kann über eine glatte Fläche wischen.

 

Noch ein paar Fotos von den einzelnen Modulen:

Bei diesem Modul riecht Whisky das Futter zwar, muss es aber erst unter einer Schicht zerknülltem Seidenpapier freilegen, bevor er rankommt.

 

Whisky muss das Futter erst unter vielen Seitenpapierfetzen finden.
Whisky muss das Futter erst unter vielen Seitenpapierfetzen finden.
Whisky hat das ganze Papier entfernt und kommt jetzt an das Futter.


Auf dem nächsten Bild muss Whisky das Futter mit den Pfoten zwischen den Dübeln heausfischen. Wenn sie zu weit auseinanderstehen, geht er direkt mit der Schnauze dran.

Whisky versucht den einfachen Weg mit der Schnauze


Bei diesem Modul hat Whisky 2 Möglichkeiten. Enweder schiebt er die Trockenfutterstücke der ganzen Länge den Brettchen entlang, sodass er sie dann vom Brett oder Boden essen kann, oder er angelt sie mit der Pfote mit Hilfe der Krallen direkt heraus, was ein bisschen mehr Geschick erfordert. Er setzt beide Techniken ein, hier auf dem Foto ist es die erste.

Whisky schiebt das Futter den Brettchen entlang, bis er es mit der Schnauze fassen kann.

Für Faule und Bastelmuffel:

Seit ganz kurzer Zeit gibt es jetzt auch im Handel ein Fummelbrett zu kaufen. Nach Anleitung von Helena Dbalý von der Seite www.katzenfummelbrett.ch hat die Firma Trixie das "Cat Activity Fun Board" gebaut.

Es bietet auf kleinem Raum (30 x 40 cm) eine Fülle an unterschiedlichen Fummelelementen mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Und das Beste daran: Es ist sogar spülmaschinengeeignet!

Whisky hat sich als Tester zur Verfügung gestellt und bereits in der ersten Sitzung gefummelt wie ein Weltmeister. Hier geht's zum Video von seinem ersten Versuch am Fun Board.

Die Kugelmodule kannte er noch nicht, und ich hab ihm ehrlich gesagt auch nicht so viel Geduld zugetraut, die Trockenfutterstückchen dort herauszufummeln. Die Kugeln lassen sich aber mit einem Dreh abschrauben, und so konnte ich sie Whisky erst schräg hinhalten, sodass er seitlich mit der Pfote in die Öffnung kam. Nach dem ersten erfolgreichen Versuch habe ich sie dann etwas mehr aufgerichtet. Das Fun Board habe ich dann erst mal nicht mehr nachgefüllt, sodass er nur noch die schwierigeren Module zur Auswahl hatte. Bereits am nächsten Tag konnte ich beobachten, wie er tatsächlich auch an den festgeschraubten Kugeln erfolgreich fummelt. Ich hab mich gefreut wie ein Schneekönig, dass er diese Herausforderung gemeistert hat.

Das Zungenmodul - die kleinen Vertiefungen, die, wie man unten sieht, für die Pfote zu klein sind - habe ich ihm näher gebracht, indem ich in eine der Vertiefungen Malzpaste gefüllt habe. Als er sie dann ausgeleckt hat, habe ich ein Trockenfutterstück draufgepackt, das er dann tatsächlich auch mit der Zunge erobert hat. Ein weiteres aus einer anderen Vertiefung hat er sich dann auch so geholt. Am nächsten Tag hat er es allerdings trotzdem wieder mit der Pfote versucht, und mangels Erfolg (nur einzelne Zufallstreffer) lässt er das Modul eher links liegen. Aber es ist ja auch für flüssige Sachen geeignet, ich werde wohl von Zeit zu Zeit mal Malz- oder Vitaminpaste darin anbieten.


Ich habe die Philosophen und die Katzen studiert,
doch die Weisheit der Katzen ist letztlich um ein weites größer.
Hippolyte Taine

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