Die Katzenklappe

Eine Katzenklappe ist eine wirklich wunderbare Erfindung. Sie ermöglicht der Katze uneingeschränkten Freigang, völlig unabhängig davon, ob gerade ein menschlicher Türöffner verfügbar ist. Dem zweibeinigen Türöffner hingegen erspart die Katzenklappe einiges an Nerven, die man braucht, wenn die Katze alle paar Minuten raus oder reingelassen werden will. Alles wäre so einfach - wieso hat denn nicht jede Katze eine Katzenklappe? Nun, es gibt leider auch Nachteile, und es sind nicht wenige.  

Katzenklappe im Holzteil der Terrassentür

Die Nachteile

Luftzug

Die Katzenklappe ist nicht wie eine Tür komplett geschlossen, die Klappe muss ja schwingen können und ist deshalb an 3 Seiten gegen den Luftzug nur mit Bürsten abgedichtet. Mir hat dieser Umstand anfangs doch gewaltig Sorgen gemacht. Ich konnte nicht abschätzen, wieviel Kälte im Winter ins Haus kommen kann und ob man einen Raum überhaupt noch ausreichend warm kriegt, aber auch ob man bei Regen mit einer Überschwemmung rechnen muss.

Überraschenderweise hat sich gerade der Luftzug und die befürchtete Temperatur im Winter als kaum merklich erwiesen. Einen leichten Luftzug oder Kälte merkt man nur, wenn man direkt vor der Katzenklappe steht. Deutlichen Luftzug spürt man nur bei starkem Sturm. Bei sehr starkem, böenartigem Wind passiert es allerdings auch leider manchmal, dass die nur durch einen Magneten am Platz festgehaltene Klappe plötzlich mit einem lauten Knall aufspringt und durch den nachziehenden Luftzug bis zum Abflauen der Windboe offengehalten wird. So kann schon einiges an Wind ins Haus kommen und sich, wenn es länger anhält und draußen kalt ist, auch spürbar auf die Raumtemperatur auswirken. Ganz abgesehen davon, dass dieses ständige Aufknallen nachts sehr laut und störend ist.

Ich habe für meine Katzenklappe einen Wetterschutz gebaut, der nicht nur Regen, sondern auch Wind abhalten sollte. Für den Wind hat er sich allerdings wie oben beschrieben nicht gerade als tauglich erwiesen. Meine Katzenklappe ist an geschützer Stelle unter einem Balkon, wird also bei normalem Regen nicht nass. Bei Wind oder Sturm, wenn der Regen eher waagrecht als senkrecht kommt, würde dieser sie aber trotzdem erreichen, und ich bin mir nicht sicher, ob starker Regen dann nicht an den Rändern eindringen würde. Dagegen hilft der Wetterschutz sehr gut. Was ich heute anders machen würde, findet man unter dem angeführten Link bei den Basteltipps.

Die Katzenklappe

Whisky und Bailey auf dem Wetterschutz der Katzenklappe

Schmutz

Mit der Katzenklappe geht einem natürlich auch die Kontrolle verloren, wie die Katze aussieht, wenn sie heimkommt. Lässt man sie persönlich zur Tür herein, kann man sie notfalls abfangen und ihre schlammigen Pfoten erst mal abwischen. Kommt sie jedoch nachts mit regennassem Fell unbemerkt durch die Katzenklappe, hat man keinen Einfluss mehr darauf, wenn sie sich nass oder mit dreckigen Pfoten gleich auf die Ledercouch legt.

Besuch anderer Katzen

Einer der Hauptgründe, wieso eine Katzenklappe für viele nicht in Frage kommt, ist die Möglichkeit, dass auch andere Katzen Zutritt haben. Dieses Argument ist verständlich, denn was will man machen, wenn Nachbarskatzen plötzlich beschließen, dass hier das Futter besser und die Liegeplätze weicher sind und zukünftig regelmäßig kommen oder gar einfach bleiben? Mit dem Verschließen der Katzenklappe sperrt man dann ja auch die eigene Katze aus.

Es gibt zur Abhilfe dieses Problems auch Katzenklappen mit Sender, die nur die eigene Katze einlassen sollen - damals gab es nur die Wahl zwischen Magnet- und Infrarotsender, jedoch beide am Halsband zu tragen. Auch ich wollte damit dem Besuch fremder Katzen vorbeugen und habe mir eine mit Magnetsender gekauft. Nach dem eingehenden Studieren verschiedener Userberichte kam diese in Punkto Zuverlässigkeit und Schnelligkeit, gerade wenn eine Katze auf der Flucht ist, geringfügig besser weg als die mit Infrarotsender.

Ein Halsband wollte ich zwar eigentlich auf jeden Fall vermeiden, aber eine andere Möglichkeit gab es damals nicht. Vor dem Einbau der Katzenklappe wollte ich erst testen, ob die Katzen den relativ schweren Magnetsender überhaupt akzeptieren und wie sie damit zurecht kommen. Es war eine Katastrophe. Zum Glück hatte ich es nicht zeitgleich an beiden Katzen ausprobiert, denn beide haben sich beim Versuch, das Halsband loszuwerden, furchtbar mit dem Unterkiefer darin verkeilt, sodass sie es in den Mundwinkeln hängen hatten, den Mund nicht mehr schließen und den Kopf nicht mehr befreien konnten. Und das, obwohl es ein Sicherheitshalsband mit dehnbarem Gummiteil war. Nicht auszudenken, wenn so etwas draußen passiert wäre! Bailey hat mir in ihrer Panik wirklich böse Kratzwunden zugefügt, als ich sie befreien wollte. Für mich war klar: Lieber fremde Katzen, als dass ich meine Katzen dem Verletzungsrisiko aussetze, das ein Halsband mitbringt! Ich habe dann die unbenutze Katzenklappe wieder umgetauscht in eine ohne Sender.

Lange hatte ich Glück, denn hier auf dem Land sind die Katzen üblicherweise nicht so verwöhnt wie Whisky und Bailey.  Wenn man nicht zuhause ist, müssen sie eben draußen oder drinnen bleiben. Das hat für mich den Vorteil, dass keine der Nachbarskatzen weiß, wie eine Katzenklappe funktioniert. Der Wetterschutz trägt wohl auch noch seinen Teil bei, da keine Katze von außen direkt sieht, wie meine Katzen durch die Klappe gehen.

Es hat also alles wunderbar funktioniert, bis dann einmal ein potenter Kater von einer rolligen Kätzin in der Nachbarschaft angelockt wurde, der noch dazu extrem geruchsintensiv markierte. Ich hätte ihn ja für einen Streuner gehalten, aber ausgerechnet dieser Kater wusste, wie eine Katzenklappe funktioniert. Es ist einige Male vorgekommen, dass meine Wohnung beim Nachhausekommen bestialisch roch, und ich habe mehr als einmal mitten in der Nacht, wenn mich meine Katzen durch Knurren weckten und damit seinen Besuch anzeigten, den Boden gewischt, den er schon markiert hatte. Irgendwann hatte sich Whisky Respekt verschafft und hatte ihn relativ gut im Griff, sodass ich 2 Jahre Ruhe hatte. Dann ist es erneut eskaliert, als innerhalb weniger Tage erst ein roter Jungkater (zum Glück friedlich) beschloss, bei mir einzuziehen und aus und ein ging, als hätte er immer schon hier gewohnt, und dann noch dazu ein unkastrierter, aber aggressiver Kater, der Whisky bereits kurz davor eine böse Bissverletzung zugefügt hatte, regelmäßig durch die Katzenklappe zum Fressen kam. Die Harmonie war bei meinen Katzen extrem gestört, und es konnte so nicht weitergehen.

Inzwischen gibt es glücklicherweise von der Firma Petporte eine Katzenklappe, die über den implantierten Transponderchip der Katze funktioniert. Die gechippten Katzen können dann auf die Katzenklappe programmiert werden, und nur die eigenen Katzen kommen ins Haus - und alles ohne Halsband. Genau nach so etwas hatte ich 2004 vergeblich gesucht, war aber leider ein paar Jahre zu früh. Inzwischen habe ich beide Katzen chippen lassen und die Petporte-Katzenklappe in Verwendung und hatte seither glücklicherweise keinen unerwünschten Katerbesuch mehr im Haus. Weil diese Katzenklappe doch etwas anders ist, als alle bisher dagewesenen, habe ich dafür eine separate Unterseite eingerichtet. Hier geht's zu einer genaueren Beschreibung der Petporte-Katzenklappe.

Mitgebrachte Beute

Katzen sind Jäger, und da sie wie jedes Tier während des Fressens am verwundbarsten sind, fressen sie ihre Beute auch möglichst an einem ruhigen Platz. Wenn sie mittels Katzenklappe die Möglichkeit haben, das im eigenen Zuhause zu tun, wo sie sich absolut sicher fühlen, dann werden sie davon auch Gebrauch machen.

Während eine Katze ohne Katzenklappe erst mal durch die Gesichtskontrolle muss, wenn ihr Mensch ihr die Tür öffnet und ihr der Eintritt mit Beute im Maul einfach verweigert werden kann, hat man diese Möglichkeit mit der Katzenklappe nicht mehr. Die Katze kommt zu jeder Tages- und Nachtzeit, und selbst wenn man tagsüber zuhause ist und noch so sehr aufpasst, kann man nicht 24 Stunden am Tag präsent sein, zumal Katzen ja auch nachtaktiv sind und bevorzugt nachts und in der Dämmerung jagen. Das heißt also, dass man jederzeit damit rechnen muss, dass einem die Mieze alle möglichen "Geschenke" tot oder auch noch lebend mitbringt. Das wird sich nicht vermeiden lassen, und damit muss man umgehen können. Es kommt durchaus vor, dass man heimkommt, und ein Bild wie dieses vorfindet:

Federn im Badezimmer nach einem Vogelmord

Was die Katze mit der Beute macht, ob sie sie lebend mitbringt und dann frei lässt oder ob sie sie frisst und ein Blutbad veranstaltet bzw. WO in der Wohnung sie das tut, kann man in Abwesenheit nicht beeinflussen. Es kann durchaus passieren, dass man nachts von Knirschgeräuschen aufwacht, weil neben dem Bett gerade eine Maus verspeist wird.

Es ist auch (leider) nicht so, dass die Katze vielleicht nur ein paar Mal im Jahr ein Geschenk mitbringt. Ich führe seit wenigen Monaten eine Beutestatistik und versuche alles aufzuschreiben, was meine Katzen mit nachhause - also IN die Wohnung - bringen. Um ehrlich zu sein, bin ich beim Durchlesen schon nach 2 Monaten selber erschrocken, was da zusammenkommt.

Dass Katzen nur Mäuse mitbringen, ist übrigens auch ein Irrglaube. Was meine Katzen schon alles mitgebracht haben, findet man im Kapitel Mitgebrachte Beute sowie in der Beutestatistik. Wie ich mit lebender und toter Beute umgehe und einige Tricks zum Fangen lebender Beutetiere kann man im Kapitel Lebende Beute nachlesen.

Und dennoch...

Es ist also keine Frage, mit der Katzenklappe halst man sich einiges an Ärger und Unannehmlichkeiten auf. Trotzdem gibt es für mich keine Alternative. Ich hätte es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren können, die Katzen den ganzen Tag eingesperrt alleine zu lassen oder aber bei jedem Wetter draußen zu lassen, falls sie nicht rechtzeitig heimkommen, wenn ich zur Arbeit muss. Wenn es den Kompromiss Katzenklappe nicht gegeben hätte, hätte ich ansonsten lieber auf Katzen verzichtet.

Dafür, dass ich den Katzen ein artgerechtes Leben in Freiheit ermöglichen kann, ärgere ich mich dann auch gerne mal über die Fußspuren, die sich durch die ganze Wohnung ziehen oder die Bettdecke zieren und begebe mich mit schöner Regelmäßigkeit selber auf Mäusefang. Trotz allem Ärger mit Beutetieren oder unerwünschtem Katerbesuch, trotz allen Putzaktionen, in denen es ein Blutbad zu beseitigen gibt, trotz allen Mäusejagden, in denen ICH die Maus schlussendlich fangen muss - die Katzenklappe würde ich auf keinen Fall wieder abschaffen.

Die Katzen danken es mir jeden Tag mit ihrer Zufriedenheit, und ich schlafe erheblich besser mit dem guten Gewissen, dass meine Katzen so leben können, wie es sich für eine Katze gehört.


Katzen sitzen immer an der falschen Seite einer Tür.
Lässt man sie raus, wollen sie rein - lässt man sie rein, wollen sie raus.
Yolanda, Florida

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