Mäuseschwemme aus dem Komposthaufen

Irgendwas stimmt bei uns nicht. Andere Leute halten sich Katzen, um ihr Haus mäusefrei zu halten. Ich stattdessen habe erst ein Mäuseproblem, SEIT ich Katzen habe. MEINE Katzen halten sich Mäuse als Haustiere.

Whisky hat ein Mäusedepot in Nachbars Komposthaufen aufgetan. Bei dieser Winterkälte und der dicken Schneedecke ist das wohl die einzige schneefreie Zone und eine der wenigen Futterquellen. Seit 2 Wochen bringt er beinahe täglich eine Maus. Lebend natürlich. Aber statt sie wie andere Katzen zu töten und zu fressen, bringt er sie mit rein und lässt sie quietschfidel herumlaufen. Man beobachtet zwar interessiert, was die Maus macht und wo sie sich versteckt, beschnuppert sie auch mal ganz aus der Nähe, trägt sie auch sanft am Nackenfell stolz von einem Zimmer zum anderen oder aus Baileys Reichweite, aber mehr als alle halbe Stunde mal ein sanfter Pfotenstupser ist nicht drin. Schön für die Maus. Aber an mir bleibt es dann hängen, die Mäuse einzufangen und draußen auszusetzen. Nicht selten habe ich den ganzen Abend damit zugebracht, zu warten, bis sich die Maus wieder aus dem Spalt zwischen Eckbank und Wand hervortraut.

Gestern mittag brachte Whisky wieder eine Maus mit, und nachdem ich den Katzen eine Stunde Beobachtung gegönnt habe (weil sich die Maus gut versteckt hatte und nicht gequält wurde), habe ich mich erbarmt, sie eingefangen und (von den Katzen unbeobachtet) auf der anderen Seite des Hauses ausgesetzt. Whisky ist sofort danach raus, ich sehe ihn noch zu Nachbars Komposthaufen rennen und dort mit gespitzten Ohren reingucken, und 2 Minuten später kommt er schon mit der nächsten Maus an! Wahrscheinlich ist er nur deshalb nicht damit reingekommen, weil er mich schon drohend drinnen an der Türe stehen gesehen hat. Die Maus habe ich dann später (immerhin tot) im Schneelabyrinth gefunden. Wieder eine Stunde später ist er mit der nächsten (zum Glück schon toten) Maus angekommen. Die hat er nur im Bad abgelegt und ist wieder auf die Jagd gegangen.

Als ich heute mittag von der Arbeit kam, habe ich beim Reinkommen schon eine Maus im Badezimmer rennen gesehen, aber selbst wenn sie sich versteckt hätte, hätte ich sofort gewusst, was los ist. Whisky konnte es gar nicht erwarten, bis ich Schuhe und Jacke ausgezogen hatte und ihm gefolgt bin (in der Erwartung, ich würde alles aus dem Weg räumen, hinter dem sich die Maus verstecken könnte). Die Maus hab ich dann auch ziemlich bald erwischt und freigelassen. Whisky ist danach wieder raus (auf die Jagd... ), Bailey ist noch drinnen rumgetigert und hat an allen Stellen gerochen. Statt mit mir zu spielen, hat sie sich vor die Katzenklappe gelegt, wohl in Erwartung, dass Whisky mit Nachschub auftaucht. Also hab ich das Thema für (vorerst) erledigt betrachtet, zwischendurch aber immer zum Komposthaufen gelinst, wo Whisky schon wieder in Lauerstellung war.

Dann wollte ich auf die Terrasse zum Rauchen gehen, gehe am Badezimmer vorbei und sehe aus dem Augenwinkel schon wieder eine Maus rennen! Ja gibt's denn das! Normalerweise sind sie mit einer Maus ja beschäftigt, so lange sie lebt, und fangen keine neue. Sie gehen dann auch nicht raus. Diesmal scheint es aber zu langweilig geworden zu sein, oder die Maus hat sich zu lange versteckt. Also musste wieder ich auf Mäusejagd gehen. 10 Minuten später schaue ich zum Fenster raus, da kommt Whisky schon wieder mit der nächsten Maus an, die er aber draußen im Katzenlabyrinth gejagt hat.

Da ich gleich darauf zur Arbeit musste, sah ich im Geiste schon wieder das Bild einer neuen Mäuseinvasion. Ich meine, wenn ich die Tierchen nicht fangen würde, würden in meiner Wohnung allein seit den letzten 2 Wochen wohl an die 15 Mäuse leben! Was stimmt bloß nicht mit meinen Katzen?

Gestern hatte ich ja schon gehofft, dass Whisky bei der Menge den Bestand inzwischen ausgerottet hat. Ich meine, wieviele Mäuse haben in einem einzigen Komposthaufen Platz, ohne sich gegenseitig zu zerfleischen? Aber er scheint nach wie vor wie im Schlaraffenland einfach nur die Pfote ausstrecken oder den Mund öffnen zu müssen, und schon hüpfen ihm die Mäuse entgegen.

Langsam frage ich mich schon, wer bei uns zuhause die Katze ist. Ich verbringe sicher genausoviel Zeit mit der Mäusejagd wie meine Miezen.


Ob weiße oder schwarze Katzen,
fangen sie Mäuse,
sind sie gute Katzen.
Teng Hsiao-Ping

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